Anpassung
Single keyword campaign
Eine Single Keyword Campaign (SKC) – auch Single Keyword Ad Group (SKAG) genannt – ist eine Kampagne rund um ein einziges Keyword: eine Kampagne, eine Anzeigengruppe, ein Keyword. Ziel ist es, dieses Keyword zu isolieren, damit es ein eigenes Budget, volle Gebotskontrolle und saubere Daten erhält, ohne dass andere Keywords ihm Ausgaben oder Sichtbarkeit wegnehmen.
Das ist nicht die Standardstruktur von Advigator, und das ist Absicht: Auf den gesamten Katalog angewendet würde sie Hunderte oder Tausende Kampagnen erzeugen, die verwaltet werden müssen. Es ist ein Ansatz nach deinem Ermessen – gezielt für einige wenige Keywords einzusetzen, zum Beispiel als Experiment, und nicht als generelles Setup deines Kontos.
So erstellst du sie in Advigator
In Advigator wird eine Single Keyword Campaign mit einer individuellen Kampagnengruppe aufgebaut. Die Schritte:
- Erstelle eine neue individuelle Kampagnengruppe für das Produkt/Keyword, das du isolieren möchtest. Wenn du nicht weißt, wie das geht, folge der Videoanleitung Individuelle Kampagnengruppe.
- Schalte das automatische Targeting aus. Gehe zu Targeting > Einstellungen der neuen Kampagnengruppe und setze die maximale Anzahl an Keywords/Targets auf 0. So fügt Advigator keine Keywords automatisch hinzu: Die Gruppe bleibt leer und bereit für dein einzelnes Keyword.
- Füge dein einzelnes Keyword hinzu. Gehe zu Targeting > Benutzerdefiniertes Targeting und füge das eine gewünschte Keyword hinzu. Wenn du ein festes Gebot möchtest, lege es fest; andernfalls lasse das Feld leer und überlasse das Gebot der Automatisierung.
- (Optional) Match Type einschränken. Wenn du nur einen Match Type möchtest, hast du zwei Wege:
- setze die übrigen Match Types auf 0,02 $ (ein Mindestgebot, praktisch inaktiv), oder
- entferne unter Targeting > Einstellungen die Häkchen bei den Match Types, die du deaktivieren möchtest.
Das Ergebnis ist eine Kampagne, die auf ein einzelnes Keyword ausgerichtet ist – mit eigenem Budget und eigenen Daten.
Vorteile
- Budgetkontrolle. Amazon verteilt das Budget nach eigenem Ermessen über die Anzeigengruppen: Mit nur einem Keyword in der Gruppe fließen alle Ausgaben dorthin, wo du sie haben willst, ohne dass ein Keyword mit hohem Volumen sie aufbraucht.
- Eigenes Gebot und eigene Platzierung. Du kannst die Top-of-Search-Position bei einem strategischen Keyword verteidigen, ohne die Gebote der anderen aufzublähen.
- Saubere Daten. Die Kennzahlen des Keywords vermischen sich nicht mit anderen, sodass die Analyse dieses einzelnen Begriffs schärfer ausfällt.
Nachteile
- Kampagnenwildwuchs. Ein Keyword = eine Kampagne. Bei Dutzenden oder Hunderten Produkten erreichst du schnell Tausende Kampagnen, bis über die Grenzen von Amazon hinaus, und das Konto wird unüberschaubar.
- Hoher Pflegeaufwand. Jede Kampagne muss einzeln überwacht und gepflegt werden.
- Fragmentierte Daten. Wenige Impressions und Klicks pro Kampagne liefern dem Algorithmus von Amazon weniger Signal – er optimiert besser mit aggregierten Daten.
- Unerwartete Ausgaben und Überschneidungen. Mehrere Kampagnen, die um dieselbe Suchintention konkurrieren, schwer vorhersehbare Budgets und doppelte Keywords, die miteinander konkurrieren.
- Kein garantierter Mehrwert. Die öffentlich verfügbaren Belege für Leistungssteigerungen durch SKCs sind weder robust noch beruhen sie auf großen Datenmengen – oft sind sie anekdotisch.
Vergleich mit der Advigator-Struktur und wann du sie einsetzen solltest
Die Standardstruktur von Advigator ist konsolidiert: Anzeigengruppen nach Match Type (exakt / Phrase / breit + Produkt-Targeting), viele Keywords und automatische Gebote pro Keyword. Es ist der Ansatz, den die meisten Fachleute als Standard empfehlen, weil:
- er dem Algorithmus von Amazon genug Daten zum Optimieren gibt;
- er bereits Gebotskontrolle pro Keyword bietet (automatische Gebote + Benutzerdefiniertes Targeting), sodass du den Hauptvorteil der SKCs erhältst, ohne deine Kampagnen zu vervielfachen;
- er auch bei großen Katalogen beherrschbar bleibt.
Eine Single Keyword Campaign dagegen ergibt Sinn als gezielte, individuelle Strategie – nicht als generelle Struktur. Setze sie nur für einige wenige Produkte und einige wenige Keywords ein, die wirklich strategisch sind, zum Beispiel:
- Markenschutz bei einem Schlüsselbegriff;
- ein Top-Converter, bei dem du unabhängig vom ACoS garantiertes Budget und garantierte Platzierung willst;
- der Launch eines Produkts, bei dem du ein einzelnes prioritäres Keyword pushen möchtest.
Für die meisten Konten bleibt die Standardstruktur von Advigator die bessere Wahl: stärker bei den Zahlen, einfacher zu verwalten und ohne das Risiko, dass die Zahl deiner Kampagnen explodiert. Behalte die Single Keyword Campaign für einige wenige gezielte Fälle vor.