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Was ist Amazon PPC und wie funktioniert es?

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Amazon PPC (Pay-per-Click) ist das auktionsbasierte Werbesystem von Amazon. Seller, Vendoren und Marken bieten auf Keywords oder Produkte; ihre Anzeigen erscheinen in den Amazon-Suchergebnissen und auf Produktseiten, und sie zahlen nur, wenn ein Käufer klickt. Keine Klicks, keine Kosten.

In diesem Kapitel lernst du, wie die Auktion funktioniert, welche Anzeigenformate es gibt, was PPC kostet, welche Kennzahlen zählen und wie du deine erste Kampagne startest und optimierst – egal ob du sie von Hand in der Ads console verwaltest oder mit Software automatisierst.

Was ist Amazon PPC

Wie funktioniert Amazon PPC?

Bei jeder Suche auf Amazon läuft im Hintergrund eine Auktion. Werbetreibende, die auf ein passendes Keyword bieten, konkurrieren um die Anzeigenplätze auf dieser Ergebnisseite. Zwei Faktoren entscheiden, wer gewinnt:

  1. Gebot — der Höchstbetrag, den du für einen Klick zu zahlen bereit bist.
  2. Relevanz — wie wahrscheinlich deine Anzeige geklickt wird und konvertiert, basierend auf der Qualität deines Listings und deiner Verkaufshistorie.

Amazon nutzt eine Zweitpreisauktion: Der Gewinner zahlt nur einen Cent mehr als das zweithöchste Gebot, nicht sein volles Gebot. Bietest du 0,85 € und der nächste Werbetreibende 0,70 €, gewinnst du die Platzierung und zahlst 0,71 €.

Das hat eine praktische Konsequenz: Ein hohes Gebot sichert deine Sichtbarkeit, aber was du tatsächlich zahlst, bestimmen deine Wettbewerber. Die Kunst liegt darin, das richtige Gebot zu berechnen – pro Keyword, auf Basis seiner Conversion Rate und deiner Zielmarge.

Warum Amazon PPC für Seller wichtig ist

Käufer auf Amazon scrollen selten über die erste Ergebnisseite hinaus. Ein neues Listing ohne Verkaufshistorie rankt organisch weit hinten – und ohne Sichtbarkeit kann es die Verkaufshistorie, die es zum Ranken braucht, gar nicht erst aufbauen. PPC durchbricht diesen Kreislauf:

  • Sofortige Sichtbarkeit. Deine Anzeige kann noch am Tag des Launches ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen.
  • Organisches Schwungrad. Verkäufe aus Anzeigen verbessern dein organisches Ranking – bezahlter Traffic wird so mit der Zeit zu kostenlosem Traffic.
  • Daten. Kampagnen zeigen dir, mit welchen Suchbegriffen Käufer dein Produkt tatsächlich finden und kaufen – Erkenntnisse, die du direkt in deinem Listing-Text nutzen kannst.
  • Volle Kontrolle. Du bestimmst das Tagesbudget und kannst jederzeit pausieren oder nachjustieren.

Für die meisten Seller lautet die Frage nicht, ob sie PPC schalten sollen, sondern wie es profitabel bleibt, wenn das Konto wächst.

Die Amazon-PPC-Anzeigentypen

Amazon bietet drei Self-Service-PPC-Formate. Echte Beispiele für jedes Format findest du unter Amazon-Ads-Beispiele.

Die 3 Anzeigentypen

1. Sponsored Products

Cost-per-Click-Anzeigen für einzelne Listings. Sie erscheinen in den Suchergebnissen – kaum von organischen Ergebnissen zu unterscheiden – und auf Produktdetailseiten. Sie sind das meistgenutzte Format und der richtige Einstieg für neue Werbetreibende: Sie erfordern nur den Verkaufstarif Professionell.

2. Sponsored Brands

Banner-Anzeigen mit deinem Logo, einer eigenen Headline und mehreren Produkten, angezeigt über oder innerhalb der Suchergebnisse. Auch Video wird unterstützt. Sponsored Brands erfordern die Amazon Brand Registry und eignen sich am besten, um Markenbekanntheit über den gesamten Katalog aufzubauen.

3. Sponsored Display

Anzeigen, die Käufer erneut ansprechen, die dein Produkt oder ähnliche Produkte angesehen haben – auf und außerhalb von Amazon. Auch sie erfordern die Brand Registry und kommen typischerweise dazu, sobald die Sponsored-Products-Kampagnen profitabel laufen.

Daneben bietet Amazon Amazon DSP für programmatische Display- und Videoanzeigen. Abgerechnet wird pro tausend Impressionen statt pro Klick; die Plattform richtet sich an große Werbetreibende – als Seller am Anfang kannst du sie ignorieren.

Was kostet Amazon PPC?

Es gibt keine Startgebühr und keine Mindestausgaben. Deine Kosten hängen an drei Hebeln:

  • Kosten pro Klick (CPC). Bestimmt die Auktion. Sie variieren stark nach Kategorie und Wettbewerb – von wenigen Cent in einer Nische bis zu einigen Euro bei umkämpften Keywords.
  • Tagesbudget. Die Obergrenze pro Kampagne. Ist sie erreicht, werden deine Anzeigen für den Rest des Tages nicht mehr ausgespielt.
  • Gebote. Dein Maximalpreis pro Klick, pro Keyword oder Target.

Eine typische Falle: Ist das Budget um 14 Uhr aufgebraucht, sind deine Anzeigen genau in den Abendstunden unsichtbar, in denen viele Käufer bestellen. Die Time in Budget – der Anteil des Tages, an dem deine Kampagnen tatsächlich live sind – zeigt dir, ob Budget und Gebote im Gleichgewicht sind.

Die Kennzahlen, die zählen

Diese Zahlen begegnen dir in jedem Kampagnenbericht. Lerne sie einmal, und jedes weitere Kapitel dieses Kurses wird leichter. (Die vollständige Liste findest du im Amazon PPC-Glossar.)

Kennzahl Bedeutung
Impressionen Wie oft deine Anzeige ausgespielt wurde
CTR Klickrate: Klicks ÷ Impressionen
CPC Durchschnittliche Kosten pro Klick
CVR Conversion Rate: Bestellungen ÷ Klicks
ACoS Advertising Cost of Sale: Werbeausgaben ÷ Werbeumsatz
RoAS Return on Ad Spend: Werbeumsatz ÷ Werbeausgaben (der Kehrwert des ACoS)
TACoS Total ACoS: Werbeausgaben ÷ Gesamtumsatz (organisch + Anzeigen)

Die wichtigste davon ist der ACoS. Gibst du 30 € für Anzeigen aus und erzielst damit 100 € Werbeumsatz, liegt dein ACoS bei 30 %. Ob das gut ist, hängt von deiner Marge ab:

Break-even-ACoS = deine Gewinnmarge vor Werbekosten. Bei 30 % Marge sind Anzeigen mit einem ACoS unter 30 % profitabel; darüber bezahlst du für Sichtbarkeit.

Der TACoS zeigt dir, ob das Schwungrad funktioniert: Sinkt der TACoS, während der Umsatz wächst, stärken deine Anzeigen den organischen Umsatz, statt ihn zu ersetzen. Vertiefung: Performance-Kennzahlen – oder verfolge Ausgaben, Umsatz und ACoS pro Produkt in einem einzigen Chart mit Advigators Analytics, statt die Diagramme der Ads console zu entschlüsseln.

Automatische vs. manuelle Kampagnen

Sponsored-Products-Kampagnen gibt es in zwei Targeting-Modi:

  • Automatische Kampagnen. Amazon ordnet deine Anzeige anhand deines Listing-Inhalts passenden Suchbegriffen zu. Kein Einrichtungsaufwand und ein gutes Recherche-Werkzeug: Der Suchbegriff-Bericht zeigt dir, welche Suchanfragen tatsächlich konvertiert haben.
  • Manuelle Kampagnen. Du wählst die Keywords (oder zielst auf Konkurrenzprodukte) und legst für jedes ein Gebot fest. Mehr Kontrolle, mehr Arbeit.

Der klassische Workflow kombiniert beide: Automatische Kampagnen entdecken konvertierende Suchbegriffe, und die Gewinner überführst du mit präzisen Geboten in manuelle Kampagnen. Genau diese “Harvesting”-Routine ist die Art repetitiver Aufgabe, die eine automatisierte Keyword-Recherche kontinuierlich für dich erledigen kann.

Keyword-Übereinstimmungstypen, kurz erklärt

In manuellen Kampagnen hat jedes Keyword einen Übereinstimmungstyp, der festlegt, wie genau die Suchanfrage eines Käufers passen muss: exakt, Phrase oder breit. Negative Keywords bewirken das Gegenteil – sie blockieren deine Anzeigen bei irrelevanten Suchanfragen, die nur Budget verbrennen.

Übereinstimmungstypen wählen und Keyword-Listen aufbauen ist ein eigenes Kapitel: Lies Targeting für Match-Type-Strategien, Beispiele und Methoden der Keyword-Recherche.

So startest du deine erste Kampagne

Die Kurzfassung eines soliden ersten Setups:

  1. Erst das Listing in Ordnung bringen. Anzeigen verstärken dein Listing, sie reparieren es nicht. Gute Bilder, Titel, Bulletpoints und erste Bewertungen kommen vor den Werbeausgaben.
  2. Mit Sponsored Products starten, eine Kampagne pro Produkt (oder Parent-ASIN).
  3. Eine automatische Kampagne laufen lassen, parallel zu einer manuellen mit deinen besten Keyword-Vermutungen.
  4. Gebote aus deiner Marge ableiten, nicht allein aus Amazons Vorschlägen – das Kapitel zu Geboten zeigt die Rechnung.
  5. Zwei Wochen Zeit geben, bevor du Ergebnisse bewertest: Die Attribution hinkt nach, und ohne Klickvolumen lässt sich nichts entscheiden.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Screenshots – sowohl in der Amazon Ads console als auch in Advigator, wo du nur Tagesbudget und Ziel-ACoS festlegst – findest du im Ads-Console-Guide.

Wie die Amazon-PPC-Optimierung funktioniert

Der Start ist der einfache Teil. Profitabilität entsteht durch eine wöchentliche Routine:

  • Suchbegriff-Bericht auswerten: konvertierende Suchanfragen hinzufügen, irrelevante als negativ ausschließen.
  • Gebote anpassen: erhöhen bei Keywords, die unter deinem Ziel-ACoS konvertieren, senken dort, wo Klicks nicht zu Bestellungen werden. Die automatisierte Gebotsoptimierung berechnet das kontinuierlich neu – aus den Conversion-Daten jedes einzelnen Keywords.
  • Nach Platzierung anpassen: Platzierungen oben in den Suchergebnissen konvertieren anders als Produktseiten und verdienen eigene Gebote – siehe Gebote nach Platzierung.
  • Nach Uhrzeit anpassen: In den meisten Kategorien sinkt die Conversion Rate nachts. Gebote in schwachen Stunden zu senken – Dayparting, also stundenbasierte Gebote – holt aus demselben Budget mehr heraus.
  • Budgets umverteilen, damit keine Kampagne leer ausgeht, während eine andere auf ungenutztem Budget sitzt; genau das leistet die automatisierte Budget-Verteilung auf Produktebene.

Das vollständige Playbook findest du im Kapitel Optimierung.

PPC von Hand verwalten oder mit Software

Alles oben Beschriebene lässt sich manuell in der Amazon Ads console erledigen – und mit einer Handvoll Kampagnen ist das ein guter Weg zu lernen. Der Aufwand skaliert aber schlecht: 30 Produkte mit je einer Sponsored-Products-, Display- und Brands-Kampagne bedeuten über 90 Kampagnen, für die du jede Woche recherchieren, bieten und umverteilen musst. In der Praxis hören viele Seller nach dem Launch auf zu optimieren.

Genau dieses Problem löst Amazon-Ads-Software. Advigator automatisiert die Routine – Keyword-Recherche, Gebotsoptimierung, Budget-Verteilung, Dayparting – auf Basis deines Budgets und Ziel-ACoS und erstellt die Kampagnen direkt in deinem Amazon-Konto. Die Strategie bleibt bei dir; die wöchentliche Fleißarbeit übernimmt die Software.

Advigator Homepage

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Amazon PPC?

Es gibt keine feste Gebühr: Du legst ein Tagesbudget fest und zahlst nur, wenn ein Käufer auf deine Anzeige klickt. Den Preis pro Klick bestimmt eine Auktion; er variiert je nach Kategorie und Wettbewerb von wenigen Cent bis zu einigen Euro. Du kannst mit einem kleinen Tagesbudget starten und skalieren, sobald du siehst, welche Keywords konvertieren.

Lohnt sich Amazon PPC für neue Seller?

Ja. In den meisten Kategorien ist es der schnellste Weg, mit einem neuen Listing Impressionen und erste Verkäufe zu erzielen. Neue Produkte haben keine Verkaufshistorie und ranken organisch weit hinten. PPC bringt sie sofort vor die Käufer, und die so generierten Verkäufe verbessern mit der Zeit auch das organische Ranking.

Was ist ein guter ACoS bei Amazon PPC?

Das hängt von deiner Gewinnmarge und deinem Ziel ab. Dein Break-even-ACoS entspricht deiner Gewinnmarge vor Werbekosten: Bei 30 % Marge ist jeder ACoS unter 30 % profitabel. Beim Produktlaunch akzeptieren viele Seller einen höheren ACoS, um Sichtbarkeit aufzubauen, und senken das Ziel, sobald Bewertungen und organisches Ranking wachsen.

Kann ich Amazon PPC mit einem Einzelanbieter-Konto nutzen?

Nein. Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display erfordern den Verkaufstarif Professionell. Sponsored Brands und Sponsored Display setzen zusätzlich die Amazon Brand Registry voraus.

Wie lange dauert es, bis Amazon PPC Ergebnisse zeigt?

Plane mindestens zwei Wochen ein, bevor du eine Kampagne bewertest. Amazons Verkaufsattribution kann bis zu 48 Stunden verzögert sein, und du brauchst genug Klicks pro Keyword, um Gewinner von Verlierern zu trennen. Optimiere auf Basis gesammelter Klick- und Bestelldaten, nicht nach der Performance des ersten Tages.

Was ist der Unterschied zwischen Amazon PPC und Amazon DSP?

Amazon PPC (Sponsored Products, Brands, Display) ist Self-Service, auktionsbasiert und Pay-per-Click – und funktioniert mit jedem Budget. Amazon DSP ist eine programmatische Plattform für Display- und Videoanzeigen, abgerechnet pro tausend Impressionen, und richtet sich an größere Werbetreibende und Agenturen.